
Der Bugatti F.K.P. Hommage: Eine Würdigung des Veyron und seines visionären Schöpfers
Molsheim
Vor zwanzig Jahren definierte der Bugatti Veyron die Maßstäbe in der Automobilwelt neu. Mit 1.001 PS, einer Höchstgeschwindigkeit von über 400 km/h und einem für einen Hochleistungssportwagen beispiellosen Maß an Raffinesse schuf er ein völlig neues Segment: den Hypersportwagen. Jetzt präsentiert Bugatti die zweite Kreation des Programme Solitaire: F.K.P. Hommage – ein Meisterwerk, das sowohl den revolutionären Geist des ursprünglichen Veyron als auch den visionären Ingenieur ehrt, der ihn ermöglicht hat: Prof. Dr. Ferdinand Karl Piëch.








Die Geschichte des Veyron beginnt nicht in Molsheim, sondern in einem Hochgeschwindigkeitszug in Japan, wo Ferdinand K. Piëch die revolutionäre W-Motor-Architektur skizzierte, die zum Herzstück der Renaissance von Bugatti werden sollte. Als Vorstandsvorsitzender des Volkswagen Konzerns hatte Piëch sein technisches Genie bereits durch die Entwicklung der einzigartigen VR-Motorarchitektur von Volkswagen unter Beweis gestellt – vom kompakten VR6, der den Golf revolutionierte, über den W8 und W12, die den Passat und Bentley antrieben, bis hin zur ultimativen Bauform: dem W16 mit vier Turboladern.
Der W16-Motor selbst ist ein Kunstwerk der Kompaktheit. Durch die versetzte Anordnung der Zylinder in einer breiten, aber gleichzeitig kurzen Bankkonfiguration konnten die Ingenieure einen Motor, der normalerweise einen Meter lang wäre, auf nur 645 Millimeter komprimieren – und so den Radstand des Veyron auf kompakte 2.700 mm reduzieren. Diese technische Meisterleistung, kombiniert mit Allradantrieb und nahezu perfekter Gewichtsverteilung, schuf ein Hypercar, das ebenso kultiviert wie überwältigend war.
„Prof. Dr. Ferdinand Karl Piëch war ein Mann, der das Unmögliche nicht als Hindernis, sondern als Herausforderung sah. Seine Vision für Bugatti war einzigartig: über 1.000 PS, mehr als 400 km/h Höchstgeschwindigkeit, Allradantrieb und so elegant, dass man damit im Smoking oder Ballkleid zur Oper fahren konnte. Der F.K.P. Hommage zelebriert dieses kompromisslose Streben nach Perfektion und verbindet die zeitlosen Proportionen des ursprünglichen Veyron mit zwei Jahrzehnten technischer Weiterentwicklung.“
Hendrik Malinowski
Managing Director von BugattiAls der Veyron 1999 auf der Tokyo Motor Show vorgestellt wurde, präsentierte er eine radikal neue Ästhetik, die von dem jungen Jozef Kabaň unter der Leitung von Hartmut Warkuß entworfen worden war. Während viele Supersportwagen noch immer den von Gandini populär gemachten, nach vorne geneigten Keilformen folgten, war der Veyron eher zurückgelehnt. Vornehmes Selbstbewusstsein – es war ein 1.000 PS starkes Auto, das sich durch Gelassenheit statt Spektakel auszeichnete. Diese selbstbewusste, vom Bauhaus beeinflusste Designsprache ist auch zwei Jahrzehnte später noch immer zeitgemäß.
Der F.K.P. Hommage basiert auf der höchsten Evolutionsstufe von Bugattis W16-Plattform und verfügt über den 1.600 PS starken Quad-Turbomotor, der erstmals im Chiron Super Sport zum Einsatz kam – dem Auto, das Piëchs Geschwindigkeitsambitionen mit einer Höchstgeschwindigkeit von über 300 mph (490,48 km/h in Ehra-Lessien) erfüllte. Er stellt die Krönung der W16-Entwicklung dar: größere Turbolader, verbesserte Ladeluftkühler, optimierte Kühlsysteme und ein verstärktes Getriebe, das das erhöhte Drehmoment bewältigen kann.
Das Exterieur zeigt eine subtile, aber bedeutende Weiterentwicklung. Unter Beibehaltung der nach hinten geneigten Haltung und der abgesenkten Gürtellinie des Veyron wurde die gesamte Außenhaut verfeinert. Der dreidimensionale und aus einem einzigen Aluminiumblock gefräste Hufeisen-Kühlergrill fügt sich nun organisch in die umgebende Karosserie ein, anstatt wie ursprünglich eher zweidimensional zu wirken. Diese neue Klarheit erstreckt sich auch auf die Farbaufteilung, die sich präzise an das aktualisierte Panel-Layout anpasst und so eine harmonischere optische Aufteilung über die gesamte Karosserie hinweg schafft. Größere Lufteinlässe an der Front versorgen den leistungsstärkeren Motor, während die charakteristischen Lufteinlässe direkt hinter den Köpfen der Insassen beibehalten wurden. Die aktualisierten Radgrößen – 20 Zoll vorne, 21 Zoll hinten – nutzen die neueste Michelin-Reifentechnologie und verbessern sowohl die Leistung als auch die optische Balance.
Auch die Lacktechnologie hat in den 20 Jahren seit der Einführung des Veyron unglaubliche Fortschritte gemacht, und der F.K.P. Hommage profitiert maximal von diesen Verbesserungen. Die markante rote Außenlackierung wurde mit Hilfe modernster Schichttechniken erzielt: Eine silberne Grundfarbe auf Aluminiumbasis unter einem rot getönten Klarlack sorgt für eine außergewöhnliche Tiefe und Dreidimensionalität, die sich beim Umrunden des Fahrzeugs offenbart. Anstelle der originalen schwarzen Lackierung sorgt schwarzes Sichtkarbon mit einer 10%igen Tönung für einen starken Kontrast und bietet eine optische und technische Opulenz.
„Der Veyron war der erste seiner Art, und in der Welt der Sammlerfahrzeuge sind die ersten und letzten ihrer Art immer die bedeutendsten. Er schuf ein völlig neues Segment – das Millionen-Euro-Hypercar, das abends zur Oper fahren und tagsüber Geschwindigkeitsrekorde brechen konnte. Als ich 2008 bei Bugatti anfing, skizzierte ich Weiterentwicklungen des Veyron und überlegte, wie wir das Design verfeinern könnten. Letztendlich wurden diese Projekte nie umgesetzt, aber es scheint fast so, als hätte Prof. Dr. Piëch vorausgesehen, dass wir sie eines Tages brauchen würden. Wenn er noch hier wäre, um zu sehen, wie diese nächste Gelegenheit‘ Wirklichkeit geworden ist, würde er sicherlich zustimmen, dass dies die angemessenste Würdigung seiner Vision ist, die wir uns vorstellen können.“
Frank Heyl
Bugatti Design DirectorDer Innenraum des F.K.P. Hommage stellt im Vergleich zu allen anderen aktuellen W16-Modellen, einschließlich Chiron und Mistral, eine nahezu vollständige Revolution dar. Ein einzigartiges Lenkrad – rund und im Bauhaus-Stil wie beim ursprünglichen Veyron – wird mit einer komplett individuell angefertigten Mittelkonsole und einer Getriebetunnelabdeckung aus einem massiven Aluminiumblock kombiniert. Die exklusiv in Paris gewebten Stoffe, von Bugatti als „Car Couture“ bezeichnet, stehen für Bugattis neueste Entwicklungen im Bereich der Innenraumindividualisierung, die mit dem Tourbillon eingeführt wurden – eine Evolution des ausschließlich mit Leder ausgestatteten Innenraums des Veyron.
Die Mittelkonsole wird an ihrer Spitze von einer 41mm Audemars Piguet Royal Oak Tourbillon dominiert, die auf Wunsch des zukünftigen Besitzers des F.K.P. Hommage speziell für dieses Fahrzeug angefertigt und integriert wurde. Die achteckige Uhr befindet sich in einer „Insel” mit in einer in Engine-turn-Finish gehaltenen Oberfläche. Diese Technik basiert auf der damaligen Verarbeitung der Zylinderköpfe zu Zeiten von Ettore. Die Uhr verfügt über einen ausgeklügelten Selbstaufzugsmechanismus: eine Gondel, die sich mehrmals pro Stunde um eine diagonale Achse dreht und vom Auto selbst ohne elektrische Verbindung angetrieben wird. Diese einzigartige Integration spiegelt die persönliche Vision des Kunden und die Fähigkeit von Bugatti wider, im Rahmen des Programme Solitaire höchst individuelle Wünsche zu erfüllen.
„Prof. Dr. Ferdinand Karl Piëch war der ultimative Ingenieur, der stets darauf bestand, dass seine Fahrzeuge mit der allerneuesten und fortschrittlichsten Technologie ausgestattet waren. Mit dem F.K.P. Hommage würdigen wir seine Vision mit einem Motor der höchsten Spezifikation mit 1.600 PS, einem verstärkten Doppelkupplungsgetriebe, den neuesten Reifenmischungen und optimierter Thermik und Aerodynamik. All diese Merkmale, verpackt in der zeitlosen Form eines Veyron, sind das Ergebnis aus 20 Jahren W16-Evolution. Es war eine große Ehre, bei diesem Projekt direkt mit dem Kunden zusammenzuarbeiten und jedes Detail in mehreren Iterationen zu verfeinern, um das zu schaffen, was ich für den idealen, definitiven Veyron halte.“
Frank Heyl
Bugatti Design DirectorDer F.K.P. Hommage ist neben dem Brouillard das zweite Modell des Programme Solitaire, einer exklusiven Initiative von Bugatti, in deren Rahmen jährlich bis zu zwei maßgeschneiderte Meisterwerke entstehen. Bei allen Solitaire-Projekten werden Karosserie und Innenausstattung komplett neu interpretiert und eine ultimative Personalisierung geboten, die die facettenreiche Geschichte von Bugatti würdigt.
Der Bugatti F.K.P. Hommage wird vom 29. Januar bis 1. Februar 2026 im Rahmen der Rétromobile Paris beim Ultimate Supercar Garage physisch enthüllt.
