Pressemeldung26.4.2009

100 Jahre Bugatti beim Concorso d’Eleganza Villa d’Este

100 Jahre Bugatti beim Concorso d’Eleganza Villa d’Este

Molsheim

Bugatti Automobiles präsentiert vier Sondermodelle als Hommage an Ettore Bugatti’s Meisterstück: den Typ 35

Als weiteren Höhepunkt zum 100 jährigen Jubiläum der Marke hat Bugatti Automobiles S.A.S. am Villa d’Este Concorso d’Eleganzavier Sondermodelle des Bugatti Veyron präsentiert. Sie erinnern an die ruhmreiche Bugatti Renngeschichte, die massgeblich zur Bekanntheit der Marke und entscheidend zum Mythos Bugatti beigetragen hat.

Wenn heutzutage von Bugatti die Rede ist, wird die Marke fast automatisch mit dem Type 35 in Verbindung gebracht. Der Typ 35 Grand Prix war das mit Abstand sportlich erfolgreichste Modell. Rein äusserlich sind der Kühlergrill und die Acht-Speichen-Aluminiumräder des Type 35 zu Identifikationsmerkmalen der Bugatti Automobile geworden. Der Grand Prix war seiner Zeit auch technisch weit voraus. Die Vorderachse - aus Gewichtsgründen hohl und ein wahres Meisterwerkwerk der Schmiedekunst – galt als revolutionär. Die vorderen Federpackete wurden durch die Achse geführt und brachten eine hohe Stabilität. Die Bremstrommeln waren integral in die leichten Aluminiumräder eingebaut. Nach dem Entfernen der zentralen Radmutter liess sich das Rad innerhalb von Sekunden abziehen und legte die Bremse frei – im Renneinsatz ein entscheidender Vorteil.

2000 Siege in zehn Jahren

1924 kamen die blauen Rennwagen beim Grossen Preis des Automobil Club de France in Lyon zu ihrem ersten Einsatz. In den folgenden zehn Jahren waren sie dank ihrer durchdachten Fertigung, ihrer Leichtigkeit und ihres problemlosen Fahrverhaltens praktisch unschlagbar. Sie fuhren in dieser Zeitspanne fast 2000 Siege ein, so viel wie kein anderes Modell. Grand Prix Rennen waren damals sehr in Mode. Nicht nur Bugatti, sondern auch seine Konkurrenten hatten grosses Interesse daran, den Ruf ihrer Produkte mit Rennsiegen zu untermauern. So fanden im Europa der 20er Jahre an einem Wochenende jeweils mehrere Rennen in verschiedenen Ländern statt. Die Teams der verschiedenen Automobilhersteller bekämpften sich auf den bekannten Schauplätzen wie der Targa Florio, Le Mans, Monza oder Spa genau so wie in Rom, Nizza, Antibes oder auf einem Dorf im Elsass.

Der wichtigste Grund für die unzähligen Rennerfolge Bugattis – und dem darauf aufbauenden Image der Marke – war aber die Tatsache, dass Bugatti nicht nur die normalen Sport- und Tourenwagen des Hauses, sondern auch die Rennfahrzeuge an private Kunden verkaufte, die damit an zahlreichen Grand Prix teilnahmen.

Dies bescherte Ettore Bugatti gleich doppelten Erfolg. Er konnte einerseits reichen, sportlich ehrgeizigen Privatiers seine Rennwagen zu hohen Preisen verkaufen und anderseits aus deren Erfolgen auf den internationalen Rennstrecken Kapital schlagen - ohne für diese „Marketingaktivitäten“ auch nur das Geringste investieren zu müssen. Dieser elegante Schachzug des „Patron“ trug ihm nicht nur unsterblichen Ruhm, sondern auch ansehnliche Gewinne ein. Von den diversen Variationen der legendären Type 35 Baureihe wurden schliesslich 350 Einheiten gebaut. Diejenigen, die die Renneinsätze, Unfälle, den Krieg und andere Schicksale überlebt haben, zählen heute zu begehrten und hoch gehandelten Sammlerstücken.

Vier Type 35 Grand Prix - Vier Persönlichkeiten - Vier Veyron

Die vier aus Anlass des 100 jährigen Markenjubiläums gebauten Bugatti Veyron Sondermodelle sind – der Tradition verpflichtet - in den „Racing colours“ der entsprechenden Länder gehalten: blau für Frankreich, rot für Italien, grün für England und weiss für Deutschland. Alle vier Modelle haben einen direkten „Vorgänger“ in Form eines Grand Prix Bugatti, der dem entsprechenden neuen Veyron Pate stand. Diese vier historischen Rennwagen repräsentieren die Generation der legendären Bugatti Grand Prix Rennwagen, die von weltbekannten Rennfahrern gesteuert wurden und haben in den 20er und 30er Jahren unzählige Siege errungen. Vier Rennfahrer haben den vier Veyron Sondermodellen ihren Namen gegeben: Jean-Pierre Wimille dem blauen, Achille Varzi dem roten, Malcolm Campbell dem grünen und Hermann zu Leiningen dem weissen Veyron.

Jean-Pierre Wimille war einer der am längsten beschäftigen Bugatti Werksfahrer. Er stiess zwar erst 1933 zum Molsheimer Team dazu, blieb der Marke dann aber immer treu und errang – nach den zwei Siegen im 24 Stunden Rennen von Le Mans 1937 und 1939 und zahlreichen weiteren Erfolgen – den letzten Bugatti Sieg überhaupt: 1947 im Bois de Boulogne auf einem 4.7 Liter Monoposto Type 59/50 B. Achille Varzi fuhr von 1931 bis 1933 für das offizielle Bugatti Werksteam. Schon ab 1928 auf einem privaten Type 35 C sehr erfolgreich, gewann er später unter anderem den Grand Prix von Monaco und auf der Avus in Berlin. Malcolm Campbell ist mit seinen zahlreichen Geschwindigkeitsweltrekorden zu einem festen Begriff der Renngeschichte geworden. Er bestritt zwischen 1911 und 1936 auch unzählige „normale“ Rennen, sehr oft auch mit einem Bugatti Type 39 A und einem Type 35, und besass auch einen der legendären Type 57 S Strassensportwagen. Prinz Hermann zu Leiningen’s Karriere im Bugatti begann 1927 mit dem Erwerb eines Type 40 Chassis, für das er sich eine Rennkarosserie bauen liess und setzte sich dann mit diversen Siegen auf einem privaten Type 37A fort, bevor er, ab 1930 auf einem 35 C mehrerer Jahre im Rampenlicht der internationalen Rennfahrer Szene stand.

„Wir haben versucht in Materialität und Farbe die prägenden Charakteristika der historischen „Paten“ auf die modernen Veyron zu übertragen“, unterstreicht Alasdair Stewart, Director Sales & Martketing Bugatti Automobiles S.A.S., „so wurden die Farben der Veyron originalgetreu nachgemischt, und auch die Innenausstattung im Farbton identisch wie das „Patenmodell“ ausgeführt.

Das Resultat ist ein Brückenschlag zwischen der ruhmreichen Rennvergangenheit und der erfolgreichen Wiederbelebung der Marke. Die acht Fahrzeuge werden am Sonntag zum ersten und einzigen Mal im Park der Villa Erba Seite an Seite ausgestellt werden.

Bereits am Samstag wird Bugatti im Park der Villa d’Este in einer Sonderklasse, die einen Überblick über die 100 jährige Geschichte der Marke vermitteln, prominent vertreten sein. Dieses Engagement beim traditionellen Concorso d’Eleganza Villa d’Este am Comer See ist, nach dem Auftakt Anfang März auf dem Internationale Automobilsalon in Genf, der zweite Höhepunkt von Bugattis Feierlichkeiten zu seinem 100 jährigen Jubiläum. Es folgen Mitte August Pebble Beach in Kalifornien und am 12. September die grosse Feier im elsässischen Molsheim – seit 100 Jahren Sitz dieser unvergleichlichen Marke.